Gedanken zur Pflege von Akzeptanztests


So eben habe ich einen interessanten Artikel zum Thema „Akzeptanztests pflegen: Automatisierte Refaktorisierung und Generierung von FIT-Tests“ gelesen.

Die Autoren haben offensichtlich ein Eclipse Plugin geschrieben mit dem es möglich ist aus bestehenden Legacy Kode aktuelle FIT Tests zu generieren.

Die Motivation hierfür ist unterschiedlich. Den Autoren ging es offensichtlich darum bestehenden, nicht wartbaren Kode ändern oder neu schreiben zu können und hinterher sicher zu sein, dass der neue Kode zum gleichen Ergebnis führt bzw. nicht mehr Fehler enthält. Eine weitere Erfahrung ist, dass der Kunde in der Anfangsphase stark motiviert an der Erstellung von Akzeptanztests mitwirkt. Ist das erste Release jedoch live gegangen sinkt die Motivation des Kunden für neue Anforderungen die alten Akzeptanztests anzupassen. Auch hier kann das entwickelte Plugin scheinbar helfen.

Leider scheint das Plugin nicht frei verfügbar zu sein. Sonst hätte man mal ausprobieren können wie es sich so „anfühlt“. Allerdings habe ich von den Autoren auch ein Paper gefunden welches ebenfalls die Generierung von FIT Tests aus Legacy Kode zum Thema hat. Die DOI ist: http://doi.acm.org/10.1145/1639950.1639961

Wie auch immer – ich halte das Ganze für eine interessante Idee und hoffe auf weitere interessante Anregungen zum Thema.

Mir drängen sich in dem Zusammenhang folgende Fragen auf:

  • Evtl. ist es ja als normal anzusehen, dass der Kunde sich bei späterer Weiterentwicklung eines fertigen Produktes  aus der Pflege der Akzeptanztests zurückzieht. Damit dies kein Aufwandsgenerator für den Entwickler wird, könnte eine Lösung darin bestehen für jede kleine Anforderung gesonderte FIT Tests vom Kunden mit liefern zu lassen. Die Prüfung auf Widerspruchsfreiheit mit der bestehenden Testsuite und die Einarbeitung der neuen Tests sollte dann schon der Entwicklungsabteilung obliegen. Hier sind im Entwicklungsbereich einfach Werkzeuge zu schaffen die ein solches Vorgehen unterstützen.
  • Lässt sich die Problematik durch Verwendung eines Model getriebenen Entwicklungsprozesses verbessern? Aus meiner Sicht sollte dies möglich sein. Wenn man davon ausgeht, dass zur neuen Anforderung ein neuer FIT Test vom Kunden geliefert wird dann muss dieser konsequenter Weise letztlich im Modell landen. Für die Verwaltung des Modells muss es ohnehin Werkzeuge geben welche Widersprüche weitgehend automatisch erkennen können. Damit sollte ein Feedback an den Kunden möglich sein, welche Stellen der Anwendung von dieser „kleinen“ Änderung betroffen sind und mit welchen Auswirkungen zu rechnen ist. Ausserdem lassen sich bei diesem Gespräch gleich Vorschläge für angepasste bestehende Akzeptanztests übergeben. So kann der Kunde dann entscheiden ob er diese Auswirkungen in Kauf nimmt oder nicht – eine Dokumentation solcher Entscheidungen halte ich zwingend für notwendig.

Quelle

artikel.bib

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