VII. Captain Casa Community Meeting


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Motivation

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich nebenher mit der Evalutation verschiedener UI-Frameworks. Begonnen hatte ich dies mit der ersten Version von Thinlet. Bin dann auf GUI4J gekommen. Anschließend fand ich Canoo, evaluierte noch JavaFX und letztlich auch den Captain Casa Enterprise Client . Das Captain Casa Framework hat mir von den vorgenannten am Besten gefallen. So hatte ich mir dann auch gleich fest vorgenommen am Community Meeting teilzunehmen. Die dort gesammelten Eindrücke möchte ich in diesem Artikel vorstellen.

Organisation

Das VII. Captain Casa Community Meeting fand am 18.11.2011 in Eppelheim in der Wasserturmstraße 50 in den Räumen der KonSer Systems OHG statt. Organisiert wurde das Meeting vom Captain Casa Gründer Björn Müller über die RIA Gruppe der Internetplatform Xing. Das Treffen findet jährlich statt und wendet sich an Nutzer des Captain Casa Frameworks wie auch an Interessierte. Für alle Frühankommer war gegen 20:00 Uhr ein Treffen am Vortag in Heidelberg in der Lobby des Hotels „Holländer Hof“ organisiert. Anschließend Einkehr in eine Gasstätte und einen Spaziergang durch Heidelberg. Direkt am Veranstaltungstag war der Veranstaltungsraum extra für Frühaufsteher bereits ab 09:30 Uhr geöffnet und mit Kafffee und Brezeln bestückt.

Teilnehmer

Zum Community Meeting kamen vorwiegend proffessionelle Nutzer des Captain Casa Frameworks. Mein Eindruck war, dass es sich dabei sowohl um mittlere wie auch große Firmen handelt. Auch eine staatliche Einrichtung war mit einem aus meiner Sicht sehr großen Projekt vertreten.

Stimmung

Es war eine sehr harmonische Stimmung unter den Teilnehmern. Viele kannten sich bereits durch vorangegangene Treffen und tauschten rege Ihre Erfahrungen über das Framework aus. Alle äußerten sich positiv zum Einsatz des Frameworks und lobten den hervorragenden Support der Captain Casa GmbH.

Inhalt der Veranstaltung

Generell lässt sich der Inhalt in folgende Bereiche einordnen:

  • Erfahrungsberichte von Unternehmen bzw. Captain Casa Nutzern.
  • Vorstellung technologischer Neuerungen durch die Captain Casa GmbH.
  • Vorstellung aktueller Entwicklungen auf dem GUI Markt speziell im Bereich RIA und Mobile.

Für das Meeting war eine strikte Agenda von Herrn Müller entworfen wurden. Diese wurde auch Punkt genau begonnen, jedoch brachten die Vorträge einige Verzögerung in den Ablauf, so dass später einige Vorträge gekürzt und die Agenda dynamisch angepasst wurde. Alle Anpassungen erfolgten jedoch stets unter dem Gesichtspunkt „Was interessiert die Community“. Daher wurde stets auch die Community gefragt wie mit den einzelnen Punkten verfahren werden soll.

 

Einige Teilnehmer hatten Screenshots ihrer Anwendungen zu einem Wettbewerb eingereicht. Auf dieser Grundlage begann die Veranstaltung mit der Vorstellung der Teilnehmer. Jene, welche sich nicht am Wettbewerb beteiligt hatten, wurden mit ein paar persönlichen Worten ebenfalls vorgestellt. Damit waren die Teilnehmer alle untereinander bekannt, was für den Erfahrungsaustausch von großem Wert war.

Anschließend wurden die aktuellen Entwicklungen im RIA Umfeld vorgestellt und bewertet. Hierbei hat die Captain Casa GmbH klar ein Signal gesetzt zukünftig auch Androids zu unterstützen. Eine offizielle Erstversion soll es Anfang des 2. Quartals 2012 geben. Aktuell erarbeitet Captain Casa in einem Projekt mit einer Zeiterfassungsfirma die entsprechenden Bibliotheken. Die bereits existierende, interne Version der Anbindung wurde später in einem kurzen Tutorial zur Android Programmierung vorgestellt. In diesem Tutorial wurde zunächst gezeigt, wie mit den von Google vorgesehenen Werkzeugen eine Android Anwendung erstellt werden kann. Anschließend wurde gezeigt wie das Gleiche mit dem Captain Casa Enterprise Client funktioniert. Im Prinzip kein großer Unterschied, nur dass der Client dann sowohl auf mobilen Geräten wie auch auf Desktop PCs nahezu identisch läuft🙂 Das Wort identisch wollte Herr Müller an dieser Stelle eigentlich nicht recht verwenden. Jedoch mangels Verfügbarkeit eines treffenderen Begriffes betonte er dann: Indentisch unter Berücksichtigung der Umgebungsbesonderheiten! Damit gemeint sind Besonderheiten wie Wischtechnik, Ortssensor etc.

Nachdem die aktuellen Entwicklungen am Markt betrachtet waren ging es zum nächsten Thema – Vorstellung der neuen Features. Es war eine enorme Menge von der ich hier nur besonders interessante erwähnen möchte:

  • Ein OpenStreetMap Control für die Einbettung freier Landkarten
  • Ein ScreenGraber Control zur Erstellung parametrisierbarer Screenshots
  • Ein Pivot Control welches auf der Grundlage von Apache POI ein vollständiges Excel anbietet
  • Ein TiledArea welches von Aussehen und Funktion an die Portlets von SUN erinnert

Bei CaptainCasa muss über Dinge wie Browserunabhängigkeit, identische Darstellung auf unterschiedlichen Systemen, einen möglichst kleinen UI Stack der Anwendung und über kleine Roundtrips zum Server durch Deltalieferungen kaum noch gesprochen werden, weil diese vom Framework sichergestellt sind. Aus diesem Grund möchte ich hier erwähnen, dass die Firma auch immer bestrebt ist, das Rad nicht neu zu erfinden sondern auf bestehende und erprobte Standards wie beispielsweise JSF setzt.

 

Präsentation von Kundenanwendungen

Es folgten nun diverse Präsentationen von Kundenlösungen. Hierbei stellten die einzelnen Firmen kurz das Projekt und die grundlegenden Anforderungen vor. Anschließend gab es dann einen Schnelldurchlauf durch die mit Demodaten gefüllte Anwendung. Hierbei wurden hier und da natürlich besondere Schmankl hervorgehoben.

Zwei Dinge haben mich persönlich am meisten begeistert. Zum Einen wurde ein Verwaltungssystem vorgestellt, bei dem eine Mail aus Outlook über Drag&Drop in das System fallen gelassen wurde und sofort als Dokument bzw. wenn mit Anhängen versehen sogar in Form mehrerer Dokumente im System verfügbar war. Zum Anderen haben viele Firmen das Casa Framework um eigene Controls erweitert. Diese ließen sich wie Casa eigene Contols in der gewohnten Entwicklungsumgebung verwenden. Ein solch nathlose Integration von Eigenentwicklungen habe ich selten in einem so mächtigen System gesehen. Ein Kunde wird seine Applikation sogar als SaaS anbieten. Damit kann Captain Casa dann auch zeigen wie sich das Framework innerhalb der Wolke verhält. Da aber viel auf Standards gesetzt wird sind hier eher positive Ergebnisse zu erwarten.

Die von den Kunden eingesetzten Technologie Stacks waren durchaus unterschiedlich, besaßen jedoch auch Gemeinsamkeiten. Eine häufige Kombination war Tomcat als Webcontainer für JSF und Hibernate zur Realisierung der Persistenz. Ab und an wurde noch ein EJB Container in Form von JBOSS seltener Classfish ergänzt. Bei den verwendeten Datenbanksystemen war es bunt gemischt. Vom Platzhirsch Oracle über MSSQL Server bis PostgreSQL war vieles vertreten.

Besonders schön empfand ich es, dass einige Präsentationen nicht nur die umgesetzten Features darstellten sondern auch auf Probleme eingingen. Dies führte zu einem besonders fruchtbaren Erfahrungsaustausch, da andere Kunden die gerade dabei waren ähnliche Wege zu beschreiten gleich prüfen konnten ob bei ihnen ein mögliches Risiko bestand. Vor allem aber konnten sie sich Tipps holen wie das Problem vermieden werden kann.

Captain Casa und Open Source

Die Captain Casa GmbH scheint generell eine Open Source freundliche Firma zu sein. Was jetzt nicht heißt, dass das Casa Framework Open Source Software sei. Nein – das nicht. Der Bezug des Quelltextes wird erst bei entsprechender, kostenpflichtiger Lizensierung möglich. Aber es sind Open Source Produkte wie Open Office und Thunderbird intern im Einsatz. Was in anderen Firmen ja teilweise undenkbar ist. Erkennbar war dies in den Vorbereitungspausen zu einzelnen Präsentationen.

Außerdem stellt Captain Casa eine freie Binary Lizenz für Entwickler bereit. Auf Wunsch kann diese auch in Form eines Dokumentes bereitgestellt werden. Diese Lizenz ist nicht exklusiv und ohne Garantien. Der Quellkode ist nicht dabei, das Logo darf nicht ausgeblendet werden aber die damit erstellten Programme dürfen mit den enthaltenen Casa Binaries verbunden an die Endnutzer weiter gegeben werden. Gerade dies ist aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Punkt für die Entwicklung von Anwendungen im Open Source Bereich.

In der Lizenzpolitik unterscheidet sich Captain Casa damit entschieden von anderen Konkurrenzprodukten. Auf Grundlage meiner persönlichen Erfahrungen kann ich hier nur mit Canoo vergleichen. Letztlich war es die Lizenzpolitik von Canoo weshalb ich deren Framework nicht umfangreich evaluieren konnte und mich so gegen dessen Verwendung entscheiden musste. Auch einige Kunden von Captain Casa hatten zunächst Vaadin, JavaFX sowie Canoo evaluiert und sich schließlich für Captain Casa entschieden.

Schlußwort

Zusammenfassend habe ich den Eindruck erhalten, dass es sich beim Captain Casa Enterprise Client um ein sehr gutes, solides und fantastisches Framework handelt.

Hinweise und Kommentare zum Artikel sind wie immer ausdrücklich erwünscht.

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