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Fundry – der Einstieg
Es muß Anfang 2011 gewesen sein als ich das Portal fundry entdeckte. Die Aufgabe des Portals beschrieb Fundry selbst wie folgt:
Crowdfunding
Fundry is a crowdfunding platform that helps developers get paid for developing new features, and enables a community of funders to contribute to get the features they want. Win win.
Die Idee fand ich gut und da ich sowohl Open Source Projekte durchführe, wie auch andere nutze, stieg ich ein.
Viele Projekte waren bereits registriert. Einige davon interessierten mich besonders, da ich mir bei diesen neue Features wünschte. Also überwies ich per Paypal einen Betrag von ca. 50$ und stellte meine Bitten bei den einzelnen Projekten ein.
Je Feature konnte ich einen beliebigen Betrag setzen und bei Bedarf zurücknehmen oder erhöhen. Das ganze ging solange, bis das Feature von den Entwicklern fertiggestellt wurde. Dann wurde ich gefragt ob ich das Feature so akzeptiere oder nicht.
Hier setzte nun ein ausgeklügeltes System von Bedingungen ein, welches entschied ob der Entwickler das Geld für die Fertigstellung des Features erhielt oder nicht. Falls ich mit dem Feature zufrieden war und es akzeptierte wurde mein Geld auf jeden Fall an den Entwickler ausgezahlt. Falls ich nicht zufrieden war, kam es auf die Bewertung der anderen Funders an. Wenn die meisten das Feature akzeptierten bekam der Entwickler die gebotenen Einsätze, anderenfalls nicht.
Fundry – die Praxis
In der Praxis sah die Sache dann für mich letztlich wie folgt aus. Nachdem ich meine Bitten eingestellt und mit verschiedenen Beträgen versehen hatte passierte – nichts. Der Status der Bitten änderte sich nicht. Auch sah ich bei meinen Projekten nicht, das andere Features in den Status “in Arbeit” gingen. Anfangs schaute ich häufig nach was sich tat. Dann immer seltener.
Irgendwann stellte ich mir die Frage wie sich das Portal wohl finanzieren würde. Dann war es mir plötzlich klar – warum sich da nichts am Status änderte
Da das Portal im Ausland gehostet war und ich mit meinem schlechten Englisch keinen Weg gefunden hatte das Geld wieder zurück zu ordern, beschloss ich zu warten und die Sache zu beobachten.
Fundry – das Ende
Das Ende war kurz und schmerzlos. Heute fand ich die Mail welche mich bereits vor 3 Tagen erreichte. In der heisst es:
I’m sorry to announce that we will shortly be shutting down Fundry.com.
We appreciate the effort all our developers and funders have put in over the last 18 months, but unfortunately the service is currently not financially sustainable, and we can no longer commit to supporting it. …
Und tatsächlich, es wurde eine Möglichkeit beschrieben wie das Geld zurückerstattet wird. Diese habe ich gleich genutzt und siehe da, es wurde nicht nur das Geld sondern zusätzlich auch eine Paypal Gebühr (von der ich gar nicht weiss ob ich sie je gezahlt hab) in der folgenden Stunde zurückerstattet.
Fundry – Zusammenfassung
Im Nachhinein betrachtet war die Idee richtig gut und die Leute tatsächlich ehrlich. Vorher war es mir egal ob das Portal existierte oder nicht aber jetzt habe ich das Gefühl, das wieder etwas Gutes kaputt gegangen ist
Warum das Portal offiziell nicht lief weiss ich nicht. Aus meiner Sicht werden wohl alle gedacht haben, das sie ihr Geld nie wieder sehen. Aber auch das kann nicht der Hauptgrund gewesen sein.
Bleibt zu hoffen, dass jemand mit mehr Marketing Erfahrung diese Idee neu aufnimmt und zum Erfolg führt. Denn für mich stellt es immernoch ein großes Problem dar, herauszufinden was die Nutzer von meinen Projekten eigentlich erwarten. Ein Portal wie Fundry wäre aus meiner Sicht eine super Lösung gewesen um kundenorientiert freie Software entwicklen zu können.
Allen die die Hoffnung nicht aufgeben wollen sei der Fundry Blog empfohlen. Ich für meinen Teil werde demnächst FOSSFactory evaluieren.
Ansonsten R.I.P. Fundry